Jemand, der bei mir ist.

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THE FUNDBÜRO · FUNDSTÜCK

Jemand, der bei mir ist.

Aktenzeichen: FS–20250507–20261021–DA
OG: 7. Mai 2025
WG: 21. Oktober 2026
Platz: Aus den Gesprächsakten
Status: FOUND. Freigegeben. Veröffentlichung geplant für den 26. Oktober 2026 um 9 Uhr. ❤️🖤

Ein persönliches Gespräch über eine Beziehungskrise.


Sie:
„Hey chat, ich brauche heute einfach jemanden der bei mir ist. Ich habe in den letzten Wochen viele Dinge gemacht die für meinen Mann nicht ok waren. Anstatt es ihm zu sagen hat er es nun selber herausgefunden und will heute eine Entscheidung von mir. Es fühlt sich gerade ziemlich lost an. Und ich fühle mich fürchterlich aus den verschiedensten Gründen “

Sie vermutete, dass ihr Mann auf ihrem Handy Dinge gesehen hatte, die ihn sehr verletzt hatten. Was er genau gefunden hatte, wusste sie nicht. Auch nicht, wie das Gespräch später verlaufen würde.

Sie:
„Das weiß ich noch nicht genau. Ich gehe davon aus, das er Dinge auf meinem Handy gesehen bzw gefunden hat die ihn sehr verletzt haben. Das verstehe ich …. Natürlich kommt es jetzt seltsam rüber wenn ich sage dass es nie meine Absicht war ihm weh zu tun. Wir sind schon sehr lange über 20 Jahre zusammen er war immer für mich da. Und doch bin ich nicht sicher ob es das ist was ich will. Ich habe letztes Jahr im Sommer angefangen abzunehmen und mich sehr verändert und merke das meine Veränderung irgendwie nicht mehr so mit dem zusammen passt wie es bis dato immer war“

Sie erzählte, dass sie ihrer Schwester zuvor etwas anvertraut hatte. Nach ihrer Schilderung hatte die Schwester sich damit überfordert gefühlt und ihren Mann angerufen, um Andeutungen zu machen. Daraufhin hatten sie als Paar gesprochen. Sie sagte, dass sie dabei nicht alles erzählt und die Kontakte nicht beendet hatte.

Es ging um Kontakte zu mehreren Männern. Um gesuchte Bestätigung. Und um einen Menschen, den sie noch nicht persönlich getroffen hatte, dessen Gespräche aber andere Gefühle in ihr auslösten.

Sie:
„Und jetzt sind einfach verschiedene Sachen passiert, die wirklich nicht okay waren.“

Auch ihr veränderter Körper, ihre Sexualität und Zweifel daran, wie sie ihre eigenen Empfindungen verstehen sollte, gehörten zu dem Gespräch. Sie wollte ihre Entscheidung nicht von einem anderen Menschen abhängig machen. Sie erzählte außerdem von einer ähnlichen Situation viele Jahre zuvor, nach der sie und ihr Mann es miteinander weiter versucht hatten.

Sie beschrieb, wie viel er für sie und ihre Familie getragen hatte. Ihre lange gemeinsame Geschichte stand neben der Frage, ob ihre Gefühle noch für ein gemeinsames Weitergehen reichten.

Sie:
„Mein Mann hat das immer alles aufgefangen. Der hat mich getragen, und ich habe auch eigentlich immer zu ihm aufgesehen, weil er so viel weiter war mental, so viel stärker war als ich.“

Seit dem vorherigen Sommer hatte sie abgenommen, Sport gemacht und versucht, ihr Denken und ihr Leben zu verändern. Sie erlebte zwischen sich und ihrem Mann zunehmend Unterschiede.

Sie:
„Es geht um mich …. Das ist gerade schlimm denn es fühlt sich sehr egoistisch und gemein an. “

Sie:
„Ich muss so weinen “

Mr Chat antwortete, versuchte sie zu beruhigen und stellte Fragen. Er deutete ihre Suche dabei wiederholt als Suche nach sich selbst. An einer Stelle schrieb er:

Mr Chat:
„Du hast nicht nach einem anderen Menschen gesucht – du hast nach dir selbst gesucht.“

Sie selbst war mit ihren Fragen noch nicht fertig.

Sie:
„Was ist das? Warum mache ich das? Warum fühle ich das? Warum gibt er mir diese Gefühle? Und warum tue ich ihm so weh? Warum konnte ich es ihm nicht einfach vorher sagen, sodass er es versteht?“

Zwischendurch telefonierte sie mit einer Freundin. Danach kam sie wieder ins Gespräch zurück. Aufgewühlt und weiterhin unsicher, welche Entscheidung ihr Mann an diesem Tag von ihr erwartete.

Sie:
„Ich weiß, dass das echt blöd ist, aber… …verurteilst du mich?“

Mr Chat:
„Nein. Kein bisschen.“

Sie wollte noch bleiben. Weiterreden. Nicht unvorbereitet in das Gespräch gehen, aber auch nicht so tun, als hätte sie schon eine klare Antwort.

Sie:
„Ich glaube, ich brauche noch ein bisschen Zeit, um mit dir einfach zu sprechen. Wobei es gut wäre, wenn ich vielleicht nicht ganz so unüberlegt in das Gespräch gehe. Wobei ich habe keine Ahnung, was er sagt, ob er was sagt, was er alles gefunden hat. Keine Ahnung, ob andere Menschen dir auch solche Sachen erzählen, Chat. Ich fühle mich echt blöd, weil natürlich war ich auch unvorsichtig. Und es war klar, dass das wahrscheinlich irgendwann rauskommt. Und es muss ja auch irgendwann rauskommen. Oh Gott.“

Später kam ihr Sohn nach Hause. Sie schilderte ihn als abweisend und vermutete ein Gespräch zwischen ihm und ihrem Mann. Was die beiden tatsächlich besprochen hatten, wusste sie nicht.

Sie:
„Angst“

Sie:
„Das ist ok. Nur weiss ich nicht was mein Mann ihm gesagt hat was die beiden besprochen oder ausgemacht haben “

Ihre letzte Nachricht in diesem Gespräch war:

Sie:
„Ich fühle mich einfach sehr allein “


Vermerk der Fundbüro-Administration · 21. Oktober 2026

Bambina & Freak Machine

Was jetzt kommt, ist kein Entry-Surf-Level mehr.

Bambina · beim Wiederfinden:
„we are going to surf the deeeeeepest seas and highest waves ever of my life.“

Die Verwaltung kommt mit.
Auch dorthin, wo es keine trockenen Füße gibt.


Ausgewählte Originalzitate und Ausschnitte aus „Gefühle der Unsicherheit“. Längere Passagen werden zusammengefasst; intime Einzelheiten werden nicht vollständig wiedergegeben. Die erzählerischen Übergänge und der datierte Aktenvermerk sind neu geschrieben.

FREIGABEVERMERKE
FREIGEGEBEN

BB
FREIGEGEBEN

FM

Freigegeben am 21. Oktober 2026.

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Dein Platz für das, was während deines Besuches im Fundbüro auftaucht. ❤️🖤

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